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haben Sie denn gar keinen Wunsch?
Ja, Mama, so liegt es, Gott sei Da nk, und ich bin nur traurig,
daß ich heute abend, wenn Leo kaum angekommen ist, auf die Polterabendprobe
muß. Aber
am Ende könnt ich ihn mitnehmen. Ich habe schon lange meine Gedanken
darüber und möchte mich verwetten,
daß Flora sich aufrichtig freuen würde.'
'Du
vergißt immer, daß er des Königs Rock trägt.'
'Ach,
Therese, das ist ja kleinlich und altmodisch und ganz überholt. Unser Kronprinz
ist Kronprinz
und trägt auch des Königs Rock, und wenn er noch nicht bei Bartensteins
war, so war er
doch woanders. Aber ebenso.'
'Nun, wir
werden ja sehen', sagte Therese, die zwar kritisch zu den Bartensteins stand,
aber schließlich
auch froh war, daß sie existierten.
Drittes
Kapitel
Der nächste Tag kam. Als es am
Nachmittag schon dämmerte, hielt eine Droschke vor
dem Hause, und Mutter und Töchter
sahen alsbald vom Fenster aus, wie Friederike nach
vergnüglicher Begrüßung
mit Leo den kleinen Offizierskoffer vom Kutscherbock nahm und
an Agnes Nebelung vorbei - die, weil
sie den Leutnant gern sehen wollte, dicht neben dem Trottoir
Aufstellung genommen - auf die Haustür zuschritt. Leo folgte. Schon auf der
von den Schwestern
en échelon besetzten Treppe wurden Küsse gewechselt , oben aber stand
die Mama. 'Tag,
meine gute Alte', und nun wieder ein Kuß. Allerhand konfuse Sätze,
die gar nicht
paßten, flogen hin und her, und nun trat Leo von der guten Stube her in das
einfensterige
Wohnzimmer, legte Paletot und Säbel ab, zupfte vor dem Spiegel seinen
etwas raufgerutschten Waffenrock zurecht
und sagte, während er sich mit einem strammen
Ruck vom Spiegel her umdrehte: 'Na,
Kinder, da wär
ich mal wieder. Wie findet ihr
mich?'
'Oh, wundervoll.'
'Danke schön. So was tut
immer wohl, wenns auch nicht wahr ist, man kann beinahe
sagen, es erquickt. Aber apropos, Erquickung.
Trotz der frischen Luft, ich bin kolossal durstig;
seit sieben Stunden nichts als eine Sardellensemmel; wenn ihr ein Glas Bier
hättet.'
'Gewiß,
gewiß. Friederike kann ein Seidel echtes holen.'
'Nein,
nein; nichts holen. Und wozu? Wasser tuts auch', und er stürzte
mit einem Zug ein
Glas Wasser hinunter, das ihm Manon gereicht hatte. 'Brr. Aber gut.'
'Du bist so hastig', sagte
Manon. 'Das bekommt dir nicht. Ich denke, du trinkst nun erst
eine Tasse Kaffee. Wir haben jetzt
halb fünf. Und um sieben dann eine n Imbiß.'
'Sehr
gut, Manon, sehr gut. Nur die Reihenfolge läßt sich vielleicht ändern.
Das Wasser hab
ich intus; nehme ich nun auch noch gleich den Kaffee, so gibt das zu viel Flüssigkeit,
nutzlose Magenerweiterung,
also so gut wie Schwächung. Und man braucht seine Kräfte,
oder, sagen wir, das Vaterland braucht
sie.'
'Du meinst also ...'
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